Therapie

Es gibt mindestens drei Gründe eine EoE konsequent zu behandeln:

  • Eine unbehandelte, chronische, eosinophile Entzündung der Speiseröhre führt zu einem Organ-Umbau (Remodeling) mit Wandverdickung, Wandstarre und Engstellungen. Dadurch wird die Transport-Funktion stark beeinträchtigt.
  • Eine unbehandelte, chronische, eosinophile Entzündung der Speiseröhre kann jederzeit eine unvorhersehbare, langandauernde Einklemmung (Bolusimpaktierung) von Speisen mit der Notwendigkeit einer Spitaleinweisung zur Folge haben.
  • Eine Behandlung der chronischen, eosinophilen Entzündung der Speiseröhre verbessert die Lebensqualität der Betroffen massgeblich. Gut behandelte EoE-Patienten können sich nämlich weitgehend normal ernähren, das heisst auch trockene und faserige Speisen zeitgerecht zu sich nehmen.

Behandlungsmöglichkeiten

Obwohl die EoE noch eine junge Krankheit ist, besitzen wir bereits heute mehrere wirksame Therapiemöglichkeiten.
Im Wesentlichen stehen drei Therapiepfeiler zur Verfügung (DDD-Prinzip):

  • Drugs (Medikamente)
  • Diet (Diät)
  • Dilatation (Aufweitung der Speiseröhre)

Die eleganteste Therapie jeglicher Allergie ist das Vermeiden des Allergens. Sie ist zugleich auch zur Zeit die einzige an der Ursache (kausale) ansetzende Therapie. Dies setzt aber voraus, dass das verantwortliche Allergen identifiziert und vermieden werden kann. Bei der EoE heisst dies praktisch, dass die allergisierenden Speisen in der Nahrung weggelassen werden, eine sogenannte Eliminations-Diät. Da wir zurzeit bei der EoE leider noch keine, verlässlichen Tests zur Suche nach den allergisierenden Speisen besitzen, ist dieser diätetische Zugang zurzeit noch mühsam. Falls es bei einer Allergie nicht möglich ist das Allergen zu identifizieren und zu vermeiden muss die sinnlose, überschiessende und letztlich schädigende Entzündung mit Medikamenten unterdrückt werden.

Sowohl die unten erwähnten Medikamente als auch die Diäten vermögen die EoE erfolgreich zu behandeln. Welche der Methoden eingesetzt werden soll hängt vom Wunsch und von den Möglichkeiten der Patienten und des behandelnden Arztes ab.

  • Drugs (Medikamente)

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    Kortikosteroide

    Kortison-Präparate haben sich als die wirksamsten Medikamente zur Therapie der eosinophilen Entzündung erwiesen. Mit Kortison-Präparaten gelingt es Beschwerden, Entzündung und Langzeitkomplikationen der EoE sehr zuverlässig zu behandeln. Kortison weist aber erhebliche Nebenwirkungen auf, vor allem beim Langzeiteinsatz. Zum Glück gibt es rein lokal wirksame Kortison-Präparate (zum Beispiel Budesonide, Fluticasone) die ihre Wirkung in der Schleimhaut der Speiseröhre entfalten und bereits da weitgehend abgebaut werden, das heisst nicht vom Körper resorbiert werden. Die befürchteten Langzeitnebenwirkungen des Kortisons fallen somit weg. Glücklicherweise sind diese rein lokal wirksamen Kortison-Präparate sind mindestens so wirksam wie das klassische Kortison, welches in Tablettenform aufgenommen wird und mit Nebenwirkungen belastet ist. Deutlich mehr als die Hälfte aller Patienten kann mit diesen Medikamenten gut behandelt werden. Örtlich wirksame Kortison-Präparate sind deshalb die Erstwahl-Medikamente zur Behandlung der EoE. In Kenntnis der guten Wirksamkeit und Sicherheit ist vor kurzem sowohl von der europäischen (EMA, 2017) als auch von der schweizerischen (SwissMedic, 2018) Aufsichtsbehörde das erste Kortison-Präparat zur Therapie der EoE offiziell zugelassen worden.

    Leider gelingt es mit diesen Medikamenten nicht die EoE zu heilen. Wird die medikamentöse Behandlung abgebrochen, tritt meistens innert Wochen, bis wenigen Monaten ein Rückfall auf. Es muss deshalb eine Langzeitbehandlung geplant werden. Zum Glück gibt es bis jetzt keine Hinweise dass die örtlich wirksamen Kortison-Präparate bei einem Langzeiteinsatz ihre Wirkung verlieren oder gefährliche Nebenwirkungen verursachen. Die Hauptnebenwirkung der örtlich-wirksamen Kortison-Präparate ist lokaler Pilzbefall in Mund und Rachen, welcher ungefährlich ist. Falls dies eintrifft und der Pilzbefall Beschwerden verursacht, kann er mit einfachen Medikamenten behandelt werden.

    Weitere Medikamente

    Da es aber in etwa 50% – 70% der Patienten nicht gelingt, Beschwerden und Entzündung mit Kortison-Präparaten befriedigend zu behandeln, wird momentan intensiv nach weiteren nicht kortison-haltigen Medikamenten gesucht. Am erfolgversprechendsten haben sich bis jetzt Medikamente erwiesen, die ganz gezielt Botenstoffe der Entzündung (Mediatoren) blockieren. Vor allem die Botenstoffe Interleukin 13 (IL13) und Interleukin 4 (IL4) spielen eine Schlüsselrolle beim Zustandekommen der eosinophilen Entzündung. Werden diese Botenstoffe blockiert, gelingt es ebenfalls Entzündung und Beschwerden zu behandeln. Bei diesen Blockern handelt es sich um sogenannte monoklonale Antikörper (Biologika), das heisst Proteine (Eiweisse) welche injiziert oder als Infusion verabreicht werden müssen. Aktuell sind diese Medikamente nur im Rahmen von Zulassungsstudien einsetzbar. Da die Produktion dieser monoklonalen Antikörper sehr aufwändig ist, wird es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um sehr teure Medikamente handeln. Ihr Platz wird voraussichtlich für die Behandlung von schweren Formen der EoE reserviert sein, die auf die konventionellen Therapiemöglichkeiten nicht oder nur unzureichend ansprechen.
    Eventuell könnten auch spezielle Anti-Allergika oder Immunsuppressiva zur Behandlung der EoE geeignet sein. Hier fehlen uns aber noch zuverlässige Studien.

  • Diet (Diät)

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  • Dilatation (Aufweitung der Speiseröhre)

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