Dr. med. Alex Straumann

Die Geschichte beginnt im Jahr 1989: Der Magendarm-Spezialist Dr. Alex Straumann bekommt in diesem Jahr mehrere Patienten zugewiesen, die alle über Schwierigkeiten beim Schlucken fester Nahrung klagen. Bei der Spiegelung der Speiseröhre stellt er nur minime Veränderungen fest, die aber zu keiner bekannten Krankheit passen wollen. Er entnimmt deshalb Gewebeproben, die er zur mikroskopischen Analyse schickt. Das Resultat ist unerwartet: In der Schleimhaut der Speiseröhre dieser Patienten finden sich massenhaft Infiltrate von eosinophilen Granulozyten, weisse Blutkörperchen (Entzündungszellen), die in der Speiseröhre eigentlich nichts zu suchen haben. Die eosinophilen Granulozyten werden in der Folge zum Namensgeber der neuen Krankheit: eosinophile Ösophagitis (EoE). Wenige Monate vor Dr. Straumann‘s erster wissenschaftlicher Publikation über die EoE im Jahre 1994, hat der Brite Stephen Attwood, damals in den USA arbeitend, dieselbe Beobachtung gemacht und publiziert. Die EoE ist somit praktisch simultan in Nordamerika und Europa aufgetreten, und Dres. Attwood und Straumann gelten als deren Erstbeschreiber.

Da bei diesem Krankheitsbild die Immunologie eine tragende Rolle spielt, hat Alex Straumann in der Folge viele wissenschaftliche Studien zusammen mit Hans-Uwe Simon, Professor für Immunologie am Inselspital Bern, durchgeführt. Zusammen haben Straumann als klinischer Forscher, und Simon als Grundlagen-Forscher bis heute eine Vielzahl von Studien in den weltweit renommiertesten Fachzeitschriften für Gastroenterologie und Immunologie publiziert. Prof. Alex Straumann gilt heute als international ausgewiesener Experte im Gebiet der eosinophilen Entzündungen des Magendarm-Traktes.